Buchreihe, Fantasy, Goldmann, Rezension

Soulbird – Das Geheimnis der Nacht (Band 2) von Deborah Hewitt

Nachdem Alice in Band eins fast ums Leben gekommen ist und sie einen herben Verlust einstecken musste, zeichnete sich schon ab das sie wohl nicht mehr so einfach in ihr altes Leben zurückkehren konnte. Und so scheint es auch, denn inzwischen arbeitet Alice in der Rookery, der Paralellwelt Londons an einem Institut um so Forschungen anstellen zu können. Zudem ist sie erkrankt und hofft das sie mit ihrer Arbeit tiefer in das geheime Wissen der Familie Mielilli einzudringen, das ihrer Meinung nach das Perfekte Gegengewicht zu ihrem Haus darstellt. Bitte seht mir nach das ich das nun nicht genauer verrate, denn ihr solltet den ersten Band wirklich selber lesen.
Jedenfalls bemüht sich Alice sehr ihr bisheriges Leben in den Griff zu bekommen was ihr jedoch nicht so leicht gelingen will. immer wieder tauchen Schatten aus der Vergangenheit auf und Alice erscheint mir auf den ersten Blick etwas weniger entschlossen als in Band eins. Sie wirkt in diesem Band zu Beginn eher schwächer. Auch muss ich ehrlich sagen, das mir trotz des echt tollen Schreibstils der Autorin die ersten gut 130 Seiten wirklich sehr langwierig vorkamen. Es war teilweise enttäuschend langweilig, weil ich mir vorkam als würde sich alles aus Band eins etwas wiederholen, aber mit angezogener Handbremse. Auch fand ich die Beziehung mit Crowley die Alice in Band eins schon wichtig war, hier eher als reine Kumpelschaft. Da fehlte es mir irgendwie an Tiefe.
Dafür war aber auch hier wieder die Handlung sehr interessant, denn ab der Hälfte des Buches nahm sie dann deutlich mehr an Fahrt auf und ich hatte wieder viel Spaß in der mysteriösen Welt rund um Rookery. Zwar haderte Alice zu Beginn noch ein wenig mit ihrem Erbe, was sie ihrer Nachtschwalbe merken lies, aber auch das konnte sich am Ende gut lösen.
Versteht mich nicht falsch, es gibt wirklich sehr viel lesenswertes in diesem Band. Die Geschichte an sich ist super interessant und bietet viel Stoff zum nachdenken, auch die vielen unterschiedlichen Charaktere haben mir gefallen.
Auch die Mhytologie hat wieder ihren festen Platz, tritt aber diesesmal meiner Meinung nach nicht so sehr in den Vordergrund. Allerdings kann man in diesem Band wieder ein Stückchen tiefer in die faszinierende Welt mit ihren Bewohnern eintauchen und das allein ist auch schon was Wert. Gefallen hat mir auch sehr wie Alice sich im Buchverlauf immer mehr mit ihrem Erbe angefreundet hat, sich aber auch nicht verbiegen ließ. Sie hat für sich einen Weg gesucht und gefunden das was ihr gegeben wurde so anzunehmen, das es zu ihrer Überzeugung passt.
Schade das die Reise in die tolle Paralellwelt Londons nun vorbei ist. Ich wäre noch gerne ein wenig länger durch die „Rookery“ gewandert. Und auch wenn ich diesesmal ein wenig Kritik im Gepäck hatte, so hat mir das Buch wieder sehr gut gefallen. Die Ideen der Autorin mit der finnischen Mhytologie eine Welt zu erschaffen machte es zu einem ganz besonderen Werk und ich bin noch immer begeistert von dem ganzen Worldbuilding drumherum. Auch die Charaktere konnten mich begeistern, hätte mir an einigen Stellen ein wenig mehr tiefe gewünscht, bei Crowley zum Beispiel, aber okay. Der erste Teil war für mich einen Tick besser als dieser, aber ich mag das Buch trotzdem. Es ist mal was Neues und die Geschichte um Alice hat mich sehr gefesselt.

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