Buchreihe, Fantasy, Heyne, Rezension

Der Bär und die Nachtigall von Katherine Arden

Die Handlung:
Märchen sind für die Kinder von Pjotr Wladimirowitsch ein richtiges Highlight in den dunklen Wintertagen. Und selbst die älteren Personen in seinem Haushalt hören der alternden Dunja gerne beim Erzählen zu. Dabei wird schnell klar, das junge Tochter Wasja eine Gabe besitzt, die sie besonders macht. Sie kann die Geister sehen die um die Menschen in ihrem Dorf herum leben und mit ihnen sprechen. Dank Wasja bleiben sie bei Kräften und halten so das Böse von ihr und ihren Liebsten fern. Doch das Gleichgewicht wird eines Tages empfindlich gestört und alles wendet sich zum schlechten und leider auch gegen Wasja, die alles dafür tut um ihre Familie zu schützen.
In Lesnaja Semlja,ein Dorf im verschneiten Russland, wächst die kleine Wasja auf die wir als Hauptfigur durch das Buch begleiten.
Und damit beginnt ein wirklich schönes Buch das mit den Gegensätzen von Glauben an heimische Geistwesen und dem der Kirche konkurriert. Wasja lernen wir als unbeschwertes, wildes Mädchen kennen das ihre Freiheit genauso liebt wie ihre Familie und die durch ihre Fähigkeiten schnell unter Verruf gerät, denn was nicht normal ist, das kann ja nur böse sein. All das verpackt in einer schönen , sehr märchenhaften Geschichte mit einem interessanten Setting und einer unheimlich schönen Erzählsprache. Und eigentlich hatte ich die ganze Zeit das Gefühl zwei Geschichten in einer zu lesen. Da war zuerst der Bär, über den ich nicht weiter schreiben kann ohne zuviel zu verraten und der Winterkönig. Alleine diese beiden Figuren haben mich schon fasziniert in ihren Bann gezogen. Vor allem auch Wasjas Verbindung zum Winterkönig. Aber dann kamen natürlich noch die Probleme mit dem Glauben hinzu der alles noch ein Stück greifbarer machte. Das Setting an sich wirkt stellenweise wirklich Märchenhaft, zeigt aber auch seine düstere und brutale Seite. Zauber und Magie blitzen ebenso auf wie fantasievolle Ideen mit der die Autorin ihre Geschichte verfeinert hat.
Die Charaktere:
Wasja mochte ich auf Anhieb. Sie ist ein Wildfang wie er im Buche steht, ein Mädchen das vollkommen mit sich im Reinen ist. Sie liebt ihre Freiheit ist aber trotzdem sehr hilfsbereit, mutig und für ihre Familie würde sie alles tun. Dann der Winterkönig, er wirkt geheimnisvoll und hadert oft mit sich weil er doch gegen seine Gefühle handelt. Auch ihre Geschwister sind sehr lebendig und greifbar dargestellt. So hatte man beim Lesen das Gefühl mitten unter ihnen zu sein und ihre Wege zu verfolgen.
Einige Leser hatten wohl ihre lieben Probleme mit den Namen, aber ein Blick ins Glossar im hinteren Teil des Buches hätte genügt, denn dort wird alles erklärt.
Für mich persönlich ist der Bär und die Nachtigall ein wunderschönes, toll erzähltes Wintermärchen das man sich in kalten Nächten gerne vor dem Kamin durchlesen kann. Die Charaktere sind lebendig, die Handlung interessant und ab der zweiten Buchhälfte sehr spannend und fesselnd. Ich fand es wirklich sehr schön Wasja zu folgen und bin nun neugierig wie es mit ihr im nächsten Band der Trilogie weitergehen wird.

 

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