blanvalet, Lieblingsbuch 2021, Rezension, Wissenschaftsthriller

BLACKOUT – Morgen ist es zu spät von Marc Elsberg

Meine Rezension bezieht sich auf die wunderschöne Premiumausgabe des Buches, das mit tollem schwarzen Buchschnitt und zahlreichen Extras versehen wurde. Unter anderem einer Kurzgeschichte des Autors, einigen sehr interessanten Interviews zum Thema „Blackout“ und Bildern aus der gleichnamigen Serie.

Stell dir vor du bist von einem auf den anderen Tag ohne Strom. nichts geht mehr. Kein Telefon, kein Kühlschrank, kein Internet/Fernsehn und im Wc geht die Spülung nicht mehr weil auch für die Wasserpumpe Strom benötigt wird. Dann versuchst du aus deiner Wohnung im vierten Stock zu kommen aber leider geht auch der Fahrstuhl nicht. Einkaufen kannst du auch vergessen weil die Türen nicht geöffnet werden und am Bankautomat dann der nächste Schock. Klingt übel? Ist es auch und in Marc Elsbergs Blackout ist genau dieser Fall eingetreten. Von jetzt auf gleich fällt Europaweit der Strom aus, die Netze brechen zusammen und man ist als Leser ganz schnell mitten im Geschehen. Und ich muss ehrlich sagen, das ich beim Lesen richtige Gänsehaut bekommen habe. Die Geschichte klingt nämlich leider nicht nach Sciene Fiction, sondern nach etwas, das uns auch passieren kann. Gruselig.

Vor allem auch die vielen Folgen und die ganzen Auswirkungen die das alles hat und das wir zusammen mit den Hauptfiguren die uns durch die Handlung führen, fast hautnah miterleben. Da wäre zum Beispiel der ehemalige Hacker Piero Manzano, der dank seiner Kenntnisse der Materie bald herausfindet das da etwas ganz und gar nicht stimmt. Natürlich versucht er zu helfen und stößt aufgrund seiner Verganenheit auf taube Ohren. Doch zum Glück ist der Italiener nicht gerade dumm und findet schliesslich einen Weg der ihn in Verbindung mit Menschen bringt, die an höherer Stelle sitzen. so verschafft er sich zugang und versucht zu helfen. Leider ist dies auch nicht immer von Erfolg gekrönt, er wird verdächtigt, gejagdt und auch verwundet. Trotzdem gibt er nicht auf, denn er hat etwas unvorstellbar schlimmes herausgefunden.

Aber auch die anderen Figuren haben hier eine gute Rolle gespielt. Am liebsten mochte ich die Journalistin Lauren Shannon, die trotz ihrer beruflichen Neugier, ihre menschliche Seite nicht verloren hat und für Manzano eine angenehme Bereicherung war. Sie hat die oft düsteren Szenen aufgelockert. Bollard und Hartland waren dabei der etwas kühlere und sachliche Gegenpaart. All das passte hervorragend zum gewählten Stilmittel – die Handlung sprang von Ort zu Ort und man war als Leser immer mittendrin, hatte das Gefühl dabei zu sein. Ob in Berlin-Ischgel-Paris-DenHaag-Ratlingen usw. Immer war man praktisch am Puls der Geschichte. Und der beeindruckend gute Schreibstil, der trotz Fremdwörter und zahlreichen Fachbegriffen, sehr leicht leserlich war, erzeugte genug Spannung um das Buch nicht aus den Händen legen zu wollen.
Was für eine spannende und packende Darstellung einer möglichen Katastrophe die auch wirklich passieren kann. Ich konnte und wollte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Mich hat sie schokiert, fasziniert und auch gleichzeitig zum Nachdenken angeregt. Ich werde mir nun auch Vorrat zulegen um besser auf alles vorbereitet zu sein. Die ganze Thematik ist einfach spannend und ich muss den Hut vor dem Autor ziehen, soviel Recherche wie es für das Buch nötig war, so toll und spannend zu verpacken ist schon klasse. Und obwohl mir das Buch super gefallen hat, und der Vorfall nur „Fictin“ war, lässt es mich doch sehr nachdenklich zurück. Auch die Interviews im Hinteren Teil des Buches machen das nicht besser. Für mich auf jeden Fall noch ein JahresHighlight 2021.

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