Heyne, Horror, Rezension

Das Institut von Stephen King

Luke ist anders als andere Kinder in seinem Alter. Er hat die Fähigkeit Dinge mit der Kraft seiner Gedanken zu bewegen. Das wird dem hochintelligenten Jungen jedoch zum Verhängnis. Er wird entführt und als er wieder zu sich kommt findet er sich im sogenannten Institut wieder. Einer Einrichtung in der Kinder mit gleichen und ähnlichen Fähigkeiten zu Versuchszwecken gehalten werden. Und damit beginnt eine Geschichte die mich das Buch kaum mehr aus den Händen legen lies.
Ich kann es kaum in Worte fassen wie viele verschiedene Emotionen ich beim Lesen des Buches hatte; ich fand es beklemmend, grausam, spannend und auch traurig. Es war wie eine Achterbahn der Gefühle und ich war beim Lesen mehrmals sprachlos wie brutal dort mit den Kindern umgegangen wurde. Sie wurden entmenschlicht und als Projekte betrachtet. Das hat mich ganz schön mitgenommen, denn jeder der die Bücher von Stephen King kennt, weis das er es einfach immer wieder schafft, das man mit den Figuren mitfiebert oder in diesem Fall, mitleidet. Mir tat Luke leid aber ich konnte den kleinen Kerl auch bewundern, denn er hat sich nicht einfach in sein Schicksal ergeben, er hat sich aufgelehnt und widersetzt. Das verlangt angesichts seiner Situation nicht nur Mut, sondern auch die Bereitschaft um sein Leben zu kämpfen.
Ich habe mir die ganze Lesezeit gewünscht, das jemand kommt und die Kinder rettet, aber das wäre dann kein King, wenn das auch so passiert wäre. Vielmehr sah es so aus als würden Luke und seine Freunde im Institut am Ende sterben. Denn der Hinterbau klang schon sehr nach Endstation. Vielmehr mag ich jetzt aber nicht ins Detail gehen, sonst müsste ich zuviel verraten.
Die Charaktere:
Luke, mit seinen gerade mal zwölf Jahren ist ein liebenswerter, kluger Junge den ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen habe. Er spürt instinktiv das er an diesem furchtbaren Ort auf sich alleine gestellt ist. Statt das er aufgibt, versucht er eine Lösung zu finden. Er ist ein mutiger kleiner Bursche der auch einstecken kann. Was ich besonders süß fand, war wie er sich mit den anderen Kids angefreundet hat. Für den kleinen Avery ist er fast wie ein größerer Bruder und für Kalisha soviel mehr. Kalisha ist ebenfalls eine Kämpferin, sie zeigt Luke, das es neben Freundschaft auch noch andere Gefühle gibt. Avery wirkte anfangs ängstlich und schwächlich, aber auch er fand seine Rolle. Am schönsten fand ich aber das an einem solchen grausamen Ort trotzdem tiefe Freundschaften entstehen konnten.
Auch Tim, den “Nachtklopfer” mochte ich. Er wirkte auf mich genau wie die richtige Mischung aus tapferer Polizist der seine Gemeinde beschützen kann. Es ist immer wieder schön wie sich alles zusammenfügt. Man lernt zuerst Tim kennen der in einem kleinen Nest als “Nachtklopfer” arbeitet. Als dieser ist er im Polizeidienst aber darf keine Waffen tragen. Man lernt ihn kennen und weis, das auch er eine Rolle spielen wird.
Das gesamte Personal, bis auf eine einzige Person, habe ich regelrecht gehasst. Wie kann man so abstumpfen das man KINDERN, und auch Menschen im Allgemeinen, so etwas antun kann? Grausam.
Schreibstil:
In anderen Büchern des Autors kommt es schon manchmal zu einigen Längen. Das konnte ich hier jedoch nicht feststellen. Die Geschichte liest sich so spannend und flüssig, das man kaum Zeit zum Atemholen hat. Auch ist die Erzählsprache ist weder hochtrabend noch schwierig. Ich empfand sie als leicht leserlich und super zu seinen Figuren passend.
Für mich persönlich ist das Institut eines der besten King Bücher der letzten Zeit. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt, die Charaktere haben mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle geschickt, denn ich mochte sie und habe mit-gelitten und gefiebert das es gut ausgeht. Damit nehme ich die Antagonisten aus dem Institut aber aus, die habe ich leidenschaftlich gehasst. Ich kann echt kein anderes King-Buch aufführen das mich so aufgewühlt und emotional berührt hat wie dieses. Das schönste war aber auch das inmitten von soviel Leid und Unmenschlichkeit, Freundschaften geschmiedet wurden, zarte Gefühle aufkamen. Es tat beim Lesen gut zu sehen, das es immer noch Hoffnung geben kann.

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3 thoughts on “Das Institut von Stephen King

  1. Hallo Sarah,

    ich habe bisher immer noch kein Buch von King gelesen, aber “Carrie” steht auf meiner Wunschliste. :D (Schon etwas länger, das gebe ich zu.) Wobei dieses Buch auch ganz interessant klingt. ^^

    Liebe Grüße
    Dana

    1. Hallo Dana :)
      Ich hatte mal eine Phase in der ich ziemlich viel von King gelesen habe. Ich mag es wie er in den schnöden Alltag plötzlich Horror integriert, das sorgt für Gänsehaut. Carrie ist klasse :)
      Das kenne ich auch, es gibt einfach super viele Bücher, da verliert man einfach mal den Überblick oder kommt gar nicht dazu ^^ Bei mir ist gerade neben dem normalen SuB ein zweiter entstanden auf dem die “Müssen aber unbedingt gelesen werden” Bücher schön langsam anwachsen :)

      Liebe Grüße an dich
      Sarah

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