
Die Puppe konnte mich insgesamt gut unterhalten, hinterließ am Ende aber einen etwas zwiespältigen Eindruck. Die Grundidee rund um die unheimliche Puppe und die Reise von Poppy, Zach und Alice hat mir wirklich gefallen. Besonders die Atmosphäre konnte an vielen Stellen überzeugen. Vor allem die Szenen in der verlassenen Fabrik waren angenehm gruselig und sorgten für echte Spannung.
Am meisten mochte ich jedoch die Dynamik zwischen den drei Kindern. Ihre Freundschaft wirkt glaubwürdig und lebendig, sodass ich sie gerne auf ihrem Abenteuer begleitet habe. Besonders Zach ist mir ans Herz gewachsen. Es tat mir ehrlich leid, als sein Vater seine geliebte Spielfigur William wegwarf. Man spürt, wie viel ihm das gemeinsame Rollenspiel bedeutet hat, und ich konnte seine Gefühle gut nachvollziehen.
Auch Holly Blacks Schreibstil liest sich angenehm flüssig und sorgt dafür, dass man schnell durch die Geschichte kommt.
Was meinen Lesespaß allerdings etwas geschmälert hat, war die Art, wie viele Probleme gelöst wurden. Häufig hatte ich das Gefühl, dass eher der Zufall den Kindern aus schwierigen Situationen half, anstatt dass Poppy, Zach und Alice selbst eine Lösung fanden. Dadurch gingen für mich einige spannende Momente verloren.
Außerdem merkt man dem Roman deutlich an, dass er sich an ein jüngeres Publikum richtet. Für Leserinnen und Leser ab etwa elf Jahren ist die Geschichte sicherlich spannend und atmosphärisch erzählt. Wer jedoch bereits viele Jugend- oder Fantasybücher gelesen hat, dürfte die Handlung stellenweise als etwas vorhersehbar oder gemächlich empfinden.

Eine schöne, atmosphärische Geschichte mit sympathischen Figuren und einer gelungenen Portion Grusel. Für die eigentliche Zielgruppe eine klare Empfehlung. Ältere Leser könnten sich jedoch an den häufigen Zufällen und dem eher einfachen Handlungsverlauf stören. Daher vergebe ich 3 von 5 Sternen.


